Vom Hackathon-Sieger „SchnittmAIster“ bis zum BreznBot, von Dialektforschung bis zu internationalen Konferenzen – das AI for Media Network hat 2025 wieder gezeigt, wie KI den Journalismus konkret voranbringt. Die Mitgliederzahl hat sich auf 1200 Personen verdoppelt und auch für 2026 haben wir viel vor.
Im Januar 2024 haben der Bayerische Rundfunk (BR) und Ippen Digital das AI for Media Network ins Leben gerufen. Es widmet sich der Frage, wie KI den Journalismus besser machen kann. Dabei betrachten wir Künstliche Intelligenz nicht als Selbstzweck, sondern wollen sie dort einsetzen, wo sie konkrete Probleme löst oder Arbeitsabläufe vereinfacht.
ARD-Team gewann mit Videoschnitt-Pipeline den AI for Media Hackathon
Das Netzwerk legt Wert auf Praxisnähe, das gilt ganz besonders für den jährlichen Hackathon, bei dem die Teilnehmenden Proofs of Concept oder Prototypen entwickeln. Der AI for Media Hackathon 2025, der in den Münchner Büros von Google stattfand, stand unter dem Motto “Dialogorientierte Produkte und Videoproduktion mit KI“.
Die sechsköpfige Jury war am meisten vom Projekt „SchnittmAIster“ überzeugt: Dabei handelt es sich um eine KI-gestützte Pipeline, die den automatisierten Videoschnitt erleichtert. Der SchnittmAIster ist inzwischen im BR in der Produktion von Nachrichtenvideos im Einsatz.

Wildermuth: AI for Media Network ist zentraler Baustein für Partnerschaften
Bild- und Videoproduktion mit Hilfe von KI stand auch im Mittelpunkt des zweiten Meetups, das am 9. Juli im Bayerischen Rundfunk stattfand. BR-Intendantin Dr. Katja Wildermuth lobte in Ihrem Grußwort den Kooperationsgedanken des AI for Media Networks, in dem rund 500 Organisationen, darunter Sender, Verlage, Software-Hersteller und Hochschulen vertreten sind: „Im KI-Zeitalter sind wir als BR und als ARD nur ein Player unter vielen. Umso wichtiger ist es, auf Partnerschaften zu setzen. Das AI for Media Network ist dafür ein zentraler Baustein.“

Ein Beispiel für eine solche Kooperation ist der BreznBot, den BR und Ippen Digital gemeinsam entwickelt haben. Er beantwortete Fragen zum Münchner Oktoberfest auf Basis einer Datenbank mit Wiesn-spezifischen Inhalten von BR, Münchner Merkur, tz und oktoberfest.de. Uli Köppen, Chief AI Officer des BR, und Cécile Schneider, Head of Product, stellten den BreznBot beim dritten Meetup am 25. September beim WDR in Köln vor. Dort ging es um dialogorientierten Journalismus mit Hilfe von RAG-Systemen.
Bei den anderen beiden Meetups in diesem Jahr ging es um KI-Agenten und die Frage, wie KI den Regionaljournalismus besser machen kann. Neu eingeführt haben wir den Programmpunkt “Problem Pitch”, hier können Redaktionen einen Use Case vorstellen, bei dem sie KI einsetzen wollen, wo es aber noch Probleme mit der praktischen Umsetzung gibt. Die Meetup-Teilnehmenden machen dann den einen oder anderen Lösungsvorschlag. Dieses Format kam sehr gut an und wird 2026 fortgeführt.
Dialekt-Transkription: Gemeinsames Projekt von BR-Archiv und LMU
Ein weiteres Beispiel für Kooperationen, die durch das AI for Media Network entstehen, war das Projekt zur Dialekt-Transkription zwischen BR-Archiv und dem Centrum für Informations- und Sprachverarbeitung (CIS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Der BR stellte dem CIS eine Reihe von “Betthupferl”-Ausgaben zur Verfügung, die in verschiedenen bayerischen Dialekten gesprochen sind. Die Forschenden testeten damit verschiedene automatische Spracherkennungssysteme und konnten dabei nachweisen, dass diese Modelle ziemlich viele Fehler machen, wenn sie Dialektaufnahmen ins Hochdeutsche transkribieren sollen. Vertreter des BR-Archivs und des CIS hatten sich 2024 im Rahmen des „Science meets Journalism“-Workshops des AI for Media Network kennengelernt.
Handlungsempfehlungen, wie Medien im KI-Zeitalter sichtbar bleiben können
Im Februar veröffentlichte das AI for Media Network seine erste Publikation. Im Whitepaper “Wie Medien im KI-Zeitalter sichtbar bleiben” wird analysiert, wie sich die Mediennutzung im KI-Zeitalter verändert und gibt Medienhäusern Empfehlungen, was sie tun könnten, um das Publikum weiter oder sogar besser mit qualitativ hochwertigen Inhalten zu erreichen.
Netzwerk als gefragter Kooperationspartner
Bei zwei KI-Fachkonferenzen war das AI for Media Network Kooperationspartner. Zum einen beim Media Lab Innovation Festival des Media Lab Bayern am 18. und 19. März in München, zum anderen beim News Impact Summit “Elevating journalism with AI” des European Journalism Centre am 9. Oktober in Warschau. Bei dieser Gelegenheit wuchs das Netzwerk um einige internationale Mitglieder.
“AI is Alrighty”-Party
Sehr gut angenommen wurde auch unsere “AI is Alrighty”-Party, die wir gemeinsam mit dem Media Lab Bayern als Side Event zu den Münchner Medientagen veranstalteten. Mehr als 100 Netzwerk-Mitglieder trafen sich in der Alrighty-Bar im Werksviertel, um sich in entspannter Atmosphäre und zu den Klängen eines DJ-Sets auszutauschen und zu vernetzen.

Mitgliederzahl hat sich verdoppelt, LinkedIn-Gruppe eingeführt
Auch im zweiten Jahr ist das Interesse an den Aktivitäten des Netzwerks ungebrochen: Inzwischen haben wir 1200 Mitglieder, die Zahl hat sich binnen eines Jahres verdoppelt. Neu ist auch unsere LinkedIn-Gruppe, in der wir Themenvorschläge für kommende Veranstaltungen sammeln und für die Medienbranche relevante KI-Entwicklungen diskutieren. Die Gruppe umfasst bereits mehr als 500 Mitglieder, wer mitdiskutieren möchte, kann der Gruppe hier beitreten.
Umfangreiches Programm für 2026
Für 2026 planen wir wieder einige praxisnahe Veranstaltungen:
An Journalistinnen und Journalisten in Ausbildung richtet sich das Bots & Beers-Event, das wir am 23. Januar zusammen mit und im Institut zur Förderung des publizistischen Nachwuchses in München ausrichten. Die Nachwuchsjournalisten bekommen dort fünf verschiedene Use Cases demonstriert, bei denen KI eingesetzt wird.
Das Thema KI und Verifikation wird im Mittelpunkt des 7. Meetups am 12. Februar beim Spiegel in Hamburg stehen.
Darüber hinaus wird das AI for Media Network wieder Kooperationspartner des vom Media Lab Bayern organisierten Media Lab Innovation Festivals sein. Es findet am 18. März in der Hochschule für Film und Fernsehen in München statt.
Das 8. Meetup wird am 12. Mai im BR stattfinden, hier steht das Thema noch nicht fest.
Wer über alle Aktivitäten des AI for Media Network auf dem Laufenden bleiben will, kann sich für unseren Newsletter anmelden oder unserer LinkedIn-Gruppe beitreten.