Bei einem zweitägigen Symposium in Tutzing diskutierte das AI for Media Network, wie Journalismus in einem KI -gesteuerten Informationsökosystem erfolgreich sein kann. 60 Experten aus verschiedenen Bereichen entwickelten Szenarien und Empfehlungen für die Medienbranche. Der Schwerpunkt lag darauf, Daten so vorzubereiten, dass sie für die Interpretation und Transformation durch generative KI-Technologien gut geeignet sind.

Nach zwei erfolgreichen Meetups und einem Hackathon testete das von BR initiierte AI for Media Network am 13. und 14. November ein neues Think-Tank-Format. Unter dem Motto „AI-Mediated Media Environment: Boosting Media for an AI-Driven Information Ecosystem“ trafen sich 60 KI-Expert:innen aus Journalismus, Wissenschaft und Technik an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing am Starnberger See, um über die Zukunft des Qualitätsjournalismus in einer Ära zu diskutieren, in der Medieninhalte zunehmend mit Hilfe von KI erstellt, kuratiert und verteilt werden. Sie untersuchten auch, wie Medienorganisationen sich organisatorisch und technisch an diese Disruption anpassen können.
Nach der Eröffnung durch Uli Köppen, Chief AI Officer des BR, folgten eine Reihe von Präsentationen renommierter Experten, darunter David Caswell, KI-Berater (David schrieb einen persönlichen Bericht über dieses Symposium), Martin Schori, stellvertretender Chefredakteur von Aftonbladet, Pirita Pyykkönen-Klauck, CEO von ZDF Sparks, Alessandro Alviani, Leiter Generative AI bei der Süddeutschen Zeitung, Christian Vogg, Datenmanagement-Berater und Peter Archer, Direktor für Generative AI bei der BBC.







Alle Fotos: Akademie für Politische Bildung.
Drei Erkenntnisse
Es gab drei zentrale Erkenntnisse bei dem Symposium:
- Gesprächsinformationsgewohnheiten: Benutzer werden zunehmend Fragen stellen und erwarten präzise, maßgeschneiderte Antworten. KI-Tools werden Inhalte in das gewünschte Format umwandeln.
- Multimodale Datenbanken: Medienorganisationen müssen ihre vertrauenswürdigen Inhalte in flexiblen, multimodalen Datenbanken sammeln, die über APIs für KI-Anwendungen zugänglich sind.
- Datenzusammenarbeit: Es gibt ein erhebliches Potenzial für die Datenzusammenarbeit zwischen Medienunternehmen, was zu neuen Datenmarktplätzen und vertrauenswürdigen Inhaltspools führen könnte, als Gegengewicht zu den intransparenten LLMs von Big-Tech-Unternehmen.
Acht Arbeitsgruppen
Diese Erkenntnisse wurden von acht Arbeitsgruppen entwickelt, um die Zukunft ihrer jeweiligen Themen mit einem Horizont von zwei bis fünf Jahren zu gestalten.
- Datenspeicherung: Ein gemeinsames Archiv für deutschsprachige öffentlich-rechtliche Medien.
- Der NAIghbor: Eine hyper-personalisierte lokale Nachrichtenplattform, auf der Nutzende jederzeit alle Informationen erhalten, und zwar in dem Format und Modus, das sie wünschen.
- Teil der Geschichte sein: Ein KI-gesteuerter Nachrichten-Buddy, um medien-/nachrichtenvermeidende Zielgruppen zu engagieren und sicherzustellen, dass sie sich gesehen, respektiert und sicher fühlen.
- Wissensgraph für Nachrichten: Nachrichten werden nicht mehr als ganzes gespeichert, sondern jede Information einzeln, KI-basierte Anwendungen können diese Informationen dann neu zusammensetzen.
- Diamanten: Nutzung des Journalismus, um Daten aus wissenschaftlichen Datenbanken automatisch für Aufgaben wie Faktenprüfung zu verwenden.
- Zukunft der Suche: Der Vorgang der Informationssuche wird dialogorientiert, Ziel ist es, dass jedes Medium eine dialogbasierte Beziehung zu seinen Nutzern hat.
- UI für KI: Entwicklung einer fließenden Benutzeroberfläche mit Interaktionsmustern, die sich dynamisch an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen.
- Build or Buy: Erstellung einer KPI-gesteuerten Entscheidungsgrundlage für Build-or-Buy-Entscheidungen, damit neue Anwendungen schneller auf dem Markt eingeführt werden können.
Neues Format: Online-Treffen
Zusätzlich werden wir am 11. Dezember ein weiteres neues Format ausprobieren: unser erstes Online-Treffen von 14 bis 15 Uhr, mit Präsentationen über das Finetuning von LLMs, Code-Assistenten und ein neues KI-gestütztes Tool zur Geolokalisierung von Fotos und Videos.
Um über die neuesten Nachrichten und Veranstaltungen des AI for Media Network informiert zu bleiben, können Sie sich hier für unseren NEWSLETTER anmelden.