KI kontrolliert KI: Erstes Open-Source-Tool veröffentlicht

Beim zweiten Treffen des AI for Media Network wurde ein bedeutender Meilenstein erreicht: Das AI + Automation Lab des BR stellte ein Tool zur Überprüfung von KI-generierten Inhalten vor, das selbst KI nutzt – und veröffentlichte es als Open-Source. Die Resonanz war überaus positiv.

Max Brandl und Marco Lehner vom KI + Automatisierungslabor des BR bei der Präsentation von „Second Opinion“.

Am 9. Oktober versammelten sich über 100 KI-Praktiker aus verschiedenen Mediensektoren bei BR zum zweiten Treffen des AI for Media Network. Die von BR und Ippen Digital organisierte Veranstaltung konzentrierte sich darauf, Halluzinationen zu reduzieren und die faktische Genauigkeit der Ausgaben von großen Sprachmodellen (LLM) zu verbessern.

Zweite Meinung: Wenn KI KI-Ausgaben überprüft

Marco Lehner und Max Brandl vom AI + Automation Lab präsentierten „Second Opinion„, eine Anwendung, die es einer KI ermöglicht, den von einer anderen KI generierten Inhalt zu überprüfen. Auf der Second Opinion-Website können Benutzer eine Aussage eingeben, die zunächst von ChatGPT zusammengefasst wird. Im zweiten Schritt überprüft ChatGPT die Zusammenfassung auf Abweichungen gegenüber dem Originaltext.

Zweite Meinung als Open-Source veröffentlicht

Was dieses einzigartig macht, ist, dass BR „Second Opinion“ unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. Dies ermöglicht es, den Code in bestehende Nachrichtenproduktions-Workflows zu integrieren. Für weitere Details darüber, wie Second Opinion funktioniert, können Sie den Bericht im BR Next Blog lesen.

Uli Köppen, Chief AI Officer beim BR, erklärt die Beweggründe für die Open-Source-Veröffentlichung von Second Opinion: „Im AI for Media Network wollen wir nicht nur Erkenntnisse austauschen, sondern auch Methoden und Code teilen.“ Sie hofft, dass diese Initiative einen Präzedenzfall schaffen wird.

dpa und Krone Hit integrieren KI in Nachrichten-Workflows

Zusätzlich dazu gab es zwei weitere bemerkenswerte Präsentationen: Der digitale Berater Marcel Tuljus präsentierte den Arbeitsablauf, den der österreichische Radiosender Krone Hit nutzt, um mit generativer KI einzigartige Nachrichteninhalte für seine vier neuen DAB+-Stationen zu erstellen.

Sara Ghaeizadeh und Arne Beckmann von der Nachrichtenagentur dpa demonstrierten zwei KI-Tools, die in ihrem Newsroom eingesetzt werden: Radiomat, eine Prompt-Bibliothek, die den Mitarbeitern hilft, innerhalb von Sekunden Textvorschläge für Audio-Nachrichtenstücke aus dpa-Texten zu generieren, und die AI Workbench, ein vom Redaktionssystem unabhängiges System, das zum Experimentieren mit Prompts und Prompt-Ketten sowie zum Teilen mit anderen konzipiert ist.



Neues Format „AI Spotlight“ gut angenommen

Im Anschluss an die Präsentationen traten die drei Teams mit dem Publikum in Kontakt und beantworteten ausführlich zahlreiche (technische) Fragen.

Im neuen Segment „AI Spotlight“ hatten drei Teilnehmer die Gelegenheit, kurz ein aktuelles KI-Projekt aus ihrer Arbeit vorzustellen – eine Idee, die beim Publikum sehr gut ankam.

Das Treffen endete mit einer Networking-Session. Im Foyer vor dem Hauptkonferenzsaal wurden viele persönliche Verbindungen zwischen KI-Führungskräften aus verschiedenen deutschen, österreichischen und schweizerischen Medienhäusern geknüpft.

Dokumentation des Treffens

  • Die Präsentationen zu den drei Projekten sind HIER zu finden.
  • Die Videoaufzeichnung ist HIER verfügbar (passwortgeschützt).
  • Und das war die AGENDA des Treffens.
  • Das Team von Ippen Digital hat einige Gäste interviewt, ihre Reaktionen sind HIER zu sehen:

KI für Medien-Symposium im November

Am 13. und 14. November wird das AI for Media Network zu einem Symposium in der Akademie für Politische Bildung in Tutzing zusammenkommen. Die Veranstaltung wird sich darauf konzentrieren, wie Qualitätsmedien ihre Stellung in einer Informationslandschaft, die zunehmend von KI geprägt ist, bewahren können. Das nächste reguläre Treffen ist für das erste Quartal 2025 geplant.

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