Schnelle Einsichten und Deep Dives beim ersten Online-Meetup

Unsere Präsenz-Meetups sind in der Regel monothematisch. Für unser erstes Online-Meetup haben wir uns für einen anderen Ansatz entschieden, nämlich tiefgehende Einblicke in drei verschiedene Themen: Finetuning von Sprachmodellen, ein neues Geolokalisierungswerkzeug zur Verifizierung und Code-Assistenten für Nachrichtenredakteure.

Wie man Sprachmodelle für den Einsatz im Newsroom finetuned

Julius Sandmann von den Badischen Neuesten Nachrichten erklärte, wie er GPT-4 Mini mit den Teasern von Artikeln, die zu Abonnementsabschlüssen führten, finetunete. Sandmann hob die Vorteile des Finetunings hervor, wie beispielsweise die aufgabenspezifische Anpassung und eine effizientere Ressourcennutzung. Er warnte jedoch auch vor potenziellen Risiken, darunter Überanpassung und die Komplexität der Trainingsdaten.

Sandmann berichtete von vielversprechenden Ergebnissen des Feinabstimmungsprozesses. Die generierten Teaser übertrafen die von Standardmodellen und waren besser auf regionale Interessen zugeschnitten. Trotz der positiven Ergebnisse betonte er, wie wichtig es sei, den Finetuning-Prozess zu überwachen sowie die Modelle kontinuierlich zu überprüfen und die Modelle anzupassen.

KI-unterstütztes Geolokalisierungswerkzeug „Spot

Tilman Wagner und Lynn Khellaf von der Deutschen Welle stellten „Spot“ vor, ein KI-Tool, das Journalisten dabei unterstützt, Standortinformationen zu verifizieren. Das Tool nutzt OpenStreetMap-Daten, um Standorte in Bildern zu identifizieren und ermöglicht es den Benutzern, nach bestimmten Objekten oder Kombinationen von Objekten mit Hilfe von natürlichen Sprachbefehlen zu suchen. Zum Beispiel könnte eine Suchanfrage lauten: „Finde einen Parkplatz innerhalb von 200 Metern von einem Sendeturm und einem Strommast in Legnano, Italien.“ „Spot“ zeigt dann alle relevanten Standorte auf einer OpenStreetMap an.

„Spot“ zielt darauf ab, die Arbeit von Faktenprüfern zu vereinfachen und deren Effizienz zu steigern. Die Entwickler räumten Herausforderungen wie unvollständige OpenStreetMap-Daten und die Komplexität der Übersetzung räumlicher Beziehungen in Entfernungen ein. Das Tool ist Open-Source und befindet sich in kontinuierlicher Entwicklung.

Code-Assistenten für App-Entwicklung

René Heuser und Stefan van Rest von Ippen Digital demonstrierten, wie Code-Assistenten die App-Entwicklung beschleunigen können. Sie präsentierten Werkzeuge wie Bolt, Vzero und Cursor. Bolt und Vzero generieren automatisch Code basierend auf Eingaben in natürlicher Sprache, sodass Benutzer eine spezifische App-Funktion in einem Prompt beschreiben können, die dann von den Tools in Code umgewandelt wird. Dies ermöglicht die Erstellung von Prototypen innerhalb von Minuten. Laut van Rest sind diese Code-Assistenten jedoch (noch) nicht geeignet für die Programmierung komplexerer Apps.

Cursor ist eine KI-unterstützte Entwicklungsumgebung, die Programmierern beim Schreiben von Code hilft. Entwickler können beispielsweise ihre Anforderungen in ein Chat-Fenster eingeben, und das Tool generiert den entsprechenden Code, den der Entwickler dann überprüft. Heuser und van Rest betonten, dass diese Werkzeuge dazu gedacht sind, Entwickler zu unterstützen, nicht zu ersetzen.

Mehr Online-Treffen folgen

Das Feedback der Teilnehmer zum kompakten Format des Online-Treffens war überaus positiv, weswegen wir planen, im kommenden Jahr weitere Online-Meetups anzubieten.

Sie können eine Aufzeichnung und die Folien der Präsentationen HIER finden (passwortgeschützt).